Kirchgemeinden Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin
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Die drei Kirchen in Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin


Willkommen!

Wir begrüßen Sie herzlich auf der Seite der Kirchgemeinden Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin – der Dreikaiserbäder auf der Insel Usedom!

 

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen unsere Gemeinden vorstellen: Das Leben in den Gemeinden, das unabhängig der wechselnden Jahreszeiten stattfindet, ebenso wie das die besonderen Veranstaltungen, die in den Sommermonaten eine besondere Note setzen. Zu allen Veranstaltungen laden wir gleichermaßen Urlauber und Einheimische ein.

 

Wenn Sie Fragen zu Veranstaltungen haben, wenden Sie sich bitte an die verantwortliche Kirchgemeinde. Die Kontaktadressen und Telefonnummern finden Sie auf den jeweiligen Gemeindeseiten.

 

Die Wiedereintrittsstelle des Kirchenkreises Greifswald

befindet sich im Pfarramt Heringsdorf.

 

Ihre Kirchgemeinden in Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin

 

 

 

 

 

 

Aktuelles

Weihnachten - ein politischer Neuanfang?

 

Die Weihnachtsgeschichte der Bibel beginnt mit einer sehr genauen Zeitangabe: die politischen Verhältnisse von damals werden exakt benannt. Denn mit Weihnachten geriet all dies in Frage. Weihnachten war von Anfang an eine politische Zeitansage!

 

Wie erleben wir in diesem Jahr Weihnachten? Welche Schatten wirft die europäische Schuldenkrise auf unsere Feststimmung? Lassen wir uns die schwierige Lage der Menschen in Griechenland etwas angehen?

 

Wie bedroht ist der Friede im Heiligen Land angesichts der neuen Spannungen zwischen Israel und dem Iran?

 

Werden die aktuellen Ermittlungen über Rechtsextrimismus in Deutschland und die schlimme Mordserie uns aufrütteln? Nehmen wir es achselzuckend hin, wenn jetzt wieder in den Medien ganz selbstverständlichvon von dem großen Zuspruch berichtet wird, den die NPD in Mecklenburg-Vorpommern und hier auf Usedom hat? Tun wir als Christen im Alltag und in unseren Gesprächen mit Nachbarn und Kollegen und in unseren Gemeinden genug dagegen?

 

Die Bürgermeisterwahlen stehen ins Haus. Wie kann aus so mancher Unzufriedenheit in unserer Kommune ein Miteinander werden, das zur Bürgerbeteiligung einlädt? Was können wir dazu beitragen, dass die Parolen der NPD kein Gehör finden?

 

Und unsere Kirchengemeinden: Tun wir genug dafür, um vor Ort zu zeigen, wie politisch christlicher Glaube ist? Gerade zu Weihnachten, wo es um sehr viel mehr geht als um ein frohes Familienfest: „Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“. Tragen wir vor Ort dazu bei!

Tilman Beyrich

 

 

 

Friedhöfe gehören zum Leben

 

Unsere Friedhofs- und Bestattungskultur verändert sich. Die Pflege der Gräber ist für viele ältere Menschen beschwerlich geworden. Die Kinder und Enkel wohnen nicht mehr vor Ort. Der Umgang mit den Verstorbenen geht heute neue Wege. Seebestattungen nehmen zu, nicht selten aus der Sorge darum, wer wohl später die Grabstelle pflegen wird. Aus dem gleichen Grund gibt es auch immer mehr anonyme Bestattungen. Als Kirchengemeinden ist es uns aber wichtig, dass die Bestattungskultur auf unseren Friedhöfen erhalten bleibt.

 

1. Denn der Friedhof ist ein Zeichen dafür, dass der Tod zum Leben dazu gehört. Früher war der Friedhof immer in der Mitte des Ortes gelegen, rund um die Kirche. So wurden unsere Vorfahren jede Woche beim Kirchgang daran erinnert: Der Tod gehört mitten in dieses Leben hinein.

 

2. Der Friedhof ist für unsere Verstorbenen ein Stück Zuhause. Das merken wir daran, dass sich Menschen immer wieder wünschen, auf der Grabstelle ihrer Vorfahren beigesetzt zu werden. Dadurch sind manche Familien über ganze Generationen im Tode wieder vereint. Oder andere, die ihre Wurzeln hier in den Kaiserbädern haben, möchten hier bestattet werden.

 

3. Der Friedhof hilft beim Abschied nehmen: die Traueransprache in der Friedhofskapelle, der Weg zum Grab mit Glockengeläut, die Beisetzung und die Verabschiedung am Grab und dann der Beerdigungskaffee zeigt den Rückweg ins Leben. Und dieser ist möglich, weil der Friedhof den Abschied trägt und begrenzt.

 

4. Der Friedhof macht aus Lebensgeschichten Geschichte. Er ist ein wichtiger Ort des Gedenkens und Erinnerns. Die Grabsteine mit den eingravierten Namen erinnern an die Einmaligkeit des Verstorbenen.

 

5. Der Friedhof erzählt mit Sprüchen und Gedichten von der Hoffnung angesichts des Todes. „Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn (Röm 14, 8).

 

Wir möchten Sie daher einladen, unsere Friedhöfe als Orte der Erinnerung und Hoffnung wieder neu zu entdecken, sie wertzuschätzen und zu erhalten. Falls Sie Hilfe bei der Grabpflege brauchen: da findet sich eine Möglichkeit. Sie können sich beispielsweise gerne an die Bugenhagenwerkstatt, Am Spargelberg 3, in Heringsdorf wenden. Ihr dortiger Ansprechpartner ist Herr Schüffel, Tel: 0170/2127637. Oder wir suchen in unseren Kirchengemeinden nach Hilfe. Das ist ein ganz wichtiger Dienst, den Christen einander tun können.

Pfarrerin Anne Freudenberg

 

 

Gemeindefahrt in die Masuren: Ein Reisebericht

 

Der Dobat, der Meister, das Mariellchen und das Briederchen aus Goldap, aus dem für sie damals gerade verlorenen Land ihrer Kindheit, waren meine Freunde in einem meiner früheren Leben. Sie brachten mir bei, wie man Bärenfang trinkt, Obstwein bereitet und den, der die falsche Hefe gezogen hat, destilliert und das Produkt dann ohne zu erblinden zur Verdauung von fettem Schweinefleisch oder mit Kaffee verschnitten in Gicht oder Kopfschmerzen abbaut. Sie standen mir sofort vor Augen, als meine Lebensgefährtin Karin mir aus der Zeitung vorlas, dass Pfarrerin Anne Freudenberg mit den Kirchengemeinden Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin und Ratzeburg vom 10. Bis 14. Oktober 2011 in die Masuren fährt.

Dazu kam dann noch der zärtliche Siegfried Lenz aus seinem Suleyken. Und dann noch Baruch Hirsch Strousberg der Eisenbahnaktienschwindler geboren in Neidenburg, der mit den Bankiersfreunden in seinem Haus in Heringsdorf vor 150 Jahren seine „big deals“ feierte.

Ein – so denn vorhandenes – Reisefieber wurde beim Einsteigen in den Gürgens Bus durch die Ruhe verbreitende und Vertrauen schaffende Art von Eggi dem Chefchauffeur morgens um 5.00 Uhr vertrieben, und schon vor 6.00 Uhr waren wir fast 50 Teilnehmer von unserer Pfarrerin und ihrem Ratzeburger Kollegen begrüßt, an der Fähre. Nachdem zuletzt noch Dr. Wolfgang Abraham zugestiegen war, der uns als Reiseleiter begleitete. An der Ostseeküste entlang, an Gdynia und Danzig vorbei fahrend, hatten wir Gelegenheit die Marienburg an der Nogat zu sehen. Von 1309 bis 1454 wurde die imposante Burg gebaut, der größte Backsteinbau Europas und Sitz der Hochmeister des Deutschen Ordens im ostpreußischen Ordensstaat in der heutigen Stadt Malbork. Seit 1997 ist die Marienburg „Weltkulturerbe der UNESCO“.

Nach weiteren 120 km, stets von Dr. Wolfgang Abraham über historische Gegebenheiten am Wegesrand informiert, gelangten wir quer durch das Land der „Pruß“ zu unserem Reiseziel der Pension Christel von Krystyna und Ditmar Dickti „ins Land der dunklen Wälder, Seen und Moore“ in das kleine Dorf Zondern (Sądry), gelegen zwischen den Städten Sensburg (Mrągowo) und Lötzen (Giżycko), ca. 30 km Luftlinie von der russischen Grenze des Gebietes Königsberg entfernt und das vom Hotel-Tourismusverband in Allenstein (Olsztyn) mit drei Sternen ausgezeichnet wurde. Es gibt über 20 Doppelzimmer, ein behinderten-gerechtes Doppelzimmer und einige Einzelzimmer.

Nachdem alle Reiseteilnehmer von der Pensionschefin und ihrem „Männchen“ ihre Zimmer zugewiesen und eingenommen hatten, lernten wir beim zünftigen Abendbrot als erstes die Wirtin Krystina = Christel kennen, und dass das bei uns im Pommernland als Verkleinerungs – oder Verniedlichkeitsformel angefügte „chen“ in Masuren allgemeingebräuchlich ist und im Zweifel zärtlich anerkennend, aber nicht verkleinernd gemeint ist. Das „Männchen“ kann durchaus 1,90 m groß sein, 90 kg wiegen und Chauffeurchen sein. Mir wäre es trotz allem merkwürdig die resolute Christel mit Christelchen anzusprechen.

 

Nach Einnahme eines umfangreichen masurischen Abendbrotes a lá Dickti obsiegte wohl allgemein nach einer langen Anfahrt der Bedarf nach Schlaf über gesellige Wünsche.

Die nächsten Tage waren ausgefüllt mit Besichtigungen und Fahrten durch die in vielerlei Hinsicht dem Achterland unserer Insel ähnliche Masuren. Wir fanden uns selbst in der Position eines Urlaubers, der sich über Schiffsrundfahrten, Städtebummel, Besichtigungen und Ausfahrten in eine wunderschöne Natur freut. Besonders erwähnt sei hier das Schloss Dönhoffstädt. Ursprünglich das Schloss der Familie von Döhnhoff, war es seit 1816 das Schloss der Familie Stollberg – Wernigerode, die in den 1860 ger Jahren Eigentümer von Gut Gothen d.h. auch Teilen von Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin waren. Die touristischen Erlebnisse wurden ergänzt durch gesellige Zusammenkünfte in der Gruppe am Abend mit Lesungen, Erzählungen und Vorträgen und gemeinsamen Singen im rustikalen Veranstaltungssaal der Pension.

Besonderen Eindruck vermittelte die Begegnung im Gemeinderaum der Evangelischen Kirchengemeinde von Ryn (Rhein) und ihrem Seelsorger Pfarrer Jan Neumann. Gemeinsames Kaffeetrinken bei selbstgebackenem Kuchen und ein festlicher Gottesdienst waren sowohl für uns wie auch für unsere Gastgeber in Ryn ein besonderes Erlebnis.

Unsere Pensionswirtin, die meist zur deutschen Minderheit gehörigen Gemeindemitglieder, der Chor der Kirchengemeinde, sowie eine heimische Folkloregruppe sorgten am letzten Abend unseres Aufenthaltes für einen weiteren Höhepunkt unserer Besuchsreise.

Christel und ihr „Männchen“ Ditmar luden uns in ihr mit viel Liebe zusammengetragenes Land- und hauswirtschaftliches Museum ein. Es wurden viele Objekte aus der deutschen Vergangenheit des Landes und dem täglichen Leben der dortigen Landbevölkerung gezeigt.

Danach gab es ein großes Buffet. Christel erzählte uns ihre Geschichte, die Lebensgeschichte einer masurischen deutsch-polnischen Frau, die sehr emanzipiert- im Sinne von selbstbestimmt - in einer von vielen Konventionen geprägten und von ihr akzeptierten Umwelt lebt.

Als wir am Freitag morgens in den Bus stiegen, um die Rückreise anzutreten – unterbrochen durch eine Stadtbesichtigung in Danzig- lag eine spannende Zeit der Begegnung mit unseren östlichen Nachbarn in einer naturschönen Umgebung und einer Jahrhunderte langen gemeinsamen sowie einer kurzen Zeit individueller Historie hinter uns.

Fritz Spalink

 

 

 

 

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