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Konzertsommer
"Erlesenes"
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Erlesenes. Gott im Spiegel der Dichter

Nicht nur die Bibel erzählt von Gott. Auch Dichter haben sich von den Geschichten der Bibel anregen lassen und auf ihre Weise von dem erzählt, was uns im Innersten berührt, was unseren Alltag verwandelt: vom Geheimnis der Welt.

 

Einmal im Monat bringen wir in einem literarisch-musikalischen Abend solche Texte zu Gehör, umrahmt von passender Musik und in einer Atmosphäre, die dazu anregt, über Gott und die Welt ins Gespräch zu kommen.

Gastgeber sind abwechselnd die Villa Dorothea in Heringsdorf, Strandstraße 15, und die Pfarrscheune neben der Kirche in Benz.

 

Eingeladen sind alle Freunde schöner Literatur, guter Musik und alle, die einen neuen Zugang zu religiösen Themen suchen.

 

 

Programm für die Monate November 2009 - Mai 2010

 

Freitag, 20. November 2009, 19.30 Uhr Pfarrscheune Benz

Uwe Johnson: Ingrid Babendererde. Reife-prüfung 1953 (1953/56)

 

Auf dem Höhepunkt der Kampagne des DDR-Staates gegen die Kirche 1953 soll die Protagonistin von Johnsons erstem Roman auf einer Schulversammlung die Mitglieder der Jungen Gemeinde denunzieren. Sie nutzt ihre Rede jedoch dazu, diese unter Hinweis auf die Verfassung der DDR zu verteidigen. Dafür werden sie und ein Mitabiturient aus der Schule ausgeschlossen. Sie entschließen sich in den Westen zu gehen, in eine „Lebensweise“, die sie auch „für die falsche erachten“. Beide stehen damit vor einer Reifeprüfung besonderer Art. Der Roman, der erst posthum 1985 veröffentlicht wurde, schildert auf eigensinnige Weise den staatlichen Umgang mit der Kirche in den Anfangsjahren der DDR. Wir umrahmen die Lesung mit Amiga-Schallplatten aus den 50er Jahren.

 

Montag, 7. Dezember 2009, 19.30 Uhr Villa Dorothea Heringsdorf (Strandstrasse 15)

Adalbert Stifter, Bergkristall (1845)

 

Adalbert Stifters berühmte Erzählung setzt ein mit einem Loblied auf Weihnachten und berichtet dann von zwei Kindern, die sich am Heiligen Abend in den Bergen verlaufen. Im Schutz einer Kristall-Grotte verbringen sie die Nacht, und durch ihre wundersame Rettung kommt es zur Versöhnung zwischen den verfeindeten Dörfern diesseits und jenseits des Bergpasses: eine Weihnachtsbotschaft besonderer Art. Als die Kinder wieder zu Hause sind, gestehtdas Mädchen der Mutter, sie haben in der Nacht auf dem Berg „den heiligen Christ gesehen“.

Dazu spielt Anette Richter auf der Gitarre weih-nachtliche Weisen, die uns in die österreichischen Alpen versetzen.

 

Freitag, 19. Februar 2010, 19.30 Uhr

Villa Dorothea Heringsdorf (Strandstrasse 15)

Franz Fühmann: Der Mund des Propheten / Meine Bibel (1985)

 

„Schwerter zu Pflugscharren“ (Micha 4,3) galt in den 80er Jahren als das Symbol der kirchlichen Friedensbewegung in der DDR. Seit 1982 mussten Träger des Aufnähers mit Repressionen rechnen. Um so bemerkenswerter ist Fühmanns Erzählung „Der Mund des Propheten“, veröffentlicht 1985, in der die Geschichte vom Propheten Micha nacherzählt wird. Als dieser bei Fühmann am Schluss hingerichtet wird, fragt ihn sein Henker zynisch: „Wem nützt deine Wahrheit? Nicht einmal für dich konntest du sie nutzen.“ Micha antwortet: „Das Wort wird bewahrt.“ Daneben stellen wir einen Text, in dem Fühmann sich über die Bedeutung der Bibel für seine Schriftstellerei äußert.

Umrahmt wird die Lesung durch Jazz-Musik für Klavier und Kontrabass.

 

Freitag, 19. März 20010, 19.30 Uhr

Villa Dorothea Heringsdorf (Strandstrasse 15)

Else Lasker-Schüler. Gedichte

Ein Liederabend mit Ursula Kurze

 

„Dies war die größte Lyrikerin, die Deutschland je hatte... Ihre Themen waren vielfach jüdisch, ihre Phantasie orientalisch, aber ihre Sprache war deutsch, ein üppiges, prunkvolles, zartes Deutsch, eine Sprache reif und süß ...“ so urteilte Gottfried Benn über Else Lasker-Schüler. 1869 wurde die Lyrikerin in Wuppertal-Elberfeld geboren und starb 1945 vereinsamt und in geistiger Verwirrung in Jerusalem. In ihrem Spätwerk vollzog sie eine starke Hinwendung zur jüdischen Religion.

Ursula Kurze stellt Gedichte von Else Lasker-Schüler in Sprache und Gesang mit Gitarrenbegleitung vor.

 

Freitag, 16. April 2010, 19.30 Uhr

Pfarrscheune Benz

Imre Kertész: Das Protokoll (1992)

 

Der ungarische Nobelpreisträger Imre Kertész ist berühmt geworden durch seine autobiographischen Romane über Auschwitz. Die kleine Erzählung „Protokoll“ erzählt dagegen von verletzenden Erfahrungen in der Nachwendezeit in Ungarn, während einer Zollkontrolle auf der Fahrt von Budapest nach Wien. Wie viel Diktatur steckt auch noch in dem Gebaren der sogenannten freien Welt! Ein nachdenklicher und zugleich komischer Text über die Illusion der Freiheit - und über die Schwierigkeit zu vergeben.

Musikalisch wird die Erzählung kommentiert durch Klaviermusik ungarischer Gegenwartskomponisten, gespielt von Benjamin Saupe.

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Freitag, 28. Mai 2010, 19.30 Uhr

Villa Dorothea Heringsdorf (Strandstrasse 15)

Wilhelm Busch: Die fromme Helene / Der heilige Antonius von Padua (1870)

 

Wer hätte das gedacht: Religion, Kirche, fromm sein und Frömmelei spielen bei Wilhelm Busch eine große Rolle - wenn auch im Gewand seines bekannten Humors. Denn Busch war tief geprägt vom evangelischen Milieu Er lebte viele Jahre selbst im Pfarrhaus, zunächst bei seinem Schwager, einem Dorfpastor. Später zog er mit seiner Schwester ins Pfarrwitwenhaus. Seine zehn letzten Lebensjahre verbrachte er wieder im Pfarrhaus seines Neffen. Wer weiß wie ernst sein Ausspruch gemeint war: „Wie schad, daß ich kein Pfaffe bin“.

Dazu erklingt Akkordeonmusik, gespielt von Andrea Neye

 

 

 

Die ausführlichen Programme senden wir ihnen auf Anfrage gerne zu!

 

 

 



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